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Habichtswald-Klinik Unser Informationsservice zum Thema: PsychotherapieKombination Psychotherapie mit AYURVEDAErfahrungen mit der Ayurveda-Medizin, Teil 1
Die Kombination bietet sich bei Patienten an, die einerseits die Zusammenhänge zwischen Symptom und Lebensgeschichte verstehen wollen, also Psychotherapie indiziert ist, und die andererseits offen sind für energetische und feinstoffliche Vorgänge, bei denen also die Aufgabe in der Integration besteht. Die Kombination kann auf zwei Wegen stattfinden:
Bei folgenden Erkrankungen wurden gute Heilerfolge über die Kombination Psychosomatik - Ayurveda beobachtet:
Die Kombination bietet sich als ideal an, da in den ayurvedischen Anwendungen sehr viele lebensgeschichtliche Themen hochkommen, die der Patient oft dringend bearbeiten möchte. Bei Ayurveda haben wir nicht nur eine innere Reinigung des Körpers, sondern auch eine weitreichende Öffnung des Patienten, ein „Wieder-in-Gang-Kommen“ des Energieflusses und eine Verfeinerung der Innenwelt beobachtet. Es wird ausdrücklich betont, dass Ayurveda - Anwendungen bei uns weltanschaulich neutral durchgeführt werden. Der Patient muss sich also nicht an eine bestimmte Weltanschauung anschließen, sondern er wird auf seinem eigenen Weg begleitet. In der Schaffung der Kombination sind wir einem häufig an uns herangetragenen Wunsch von Patienten gefolgt. Sie ist selbstverständlich freiwillig. Selbstverständlich stehen dem Patienten weiterhin alle Möglichkeiten der großen Klinik wie apparative Diagnostik, Facharztüberweisungen, Nachtdienst usw. zur Verfügung! Fallbeispiel I: Psychotherapie und AyurvedaPatient: Frau Franziska G. aus L. Franziska G. aus L. befand sich Anfang 1997 für 6 Wochen in stationärer psychotherapeutischer Behandlung in der Habichtswald Klinik. Während der zweiten Hälfte des stationären Aufenthaltes wurde sie über 3 Wochen auch ayurvedisch behandelt.
Diagnosen:
Psycho-vegetatives Syndrom. Frau G. war bei Aufnahme 45 Jahre alt. Sie arbeitet seit 1985 selbständig in eigener Praxis als Heilpraktikerin, Homöopathin und Psychotherapeutin. Frau G. ist seit 1991 geschieden, hat einen 16-jährigen Sohn, der bei ihr lebt, keine Partnerschaft. Aktuelle Situation und Symptomatik: Zum Aufnahmegespräch erschien eine schlanke, gepflegte, attraktive, müde und erschöpft wirkende Frau, in gedrückter Stimmung. Frau G. berichtete, sie habe eigentlich immer in ihrem Leben fleißig gearbeitet, seit ihrer Scheidung 1991 aber ihr Arbeitspensum noch einmal deutlich erhöht. Sie sei beruflich erfolgreich, leide aber in den letzten Jahren zwei bis dreimal wöchentlich und besonders auch an den Wochenenden an schweren Migräneanfällen. Der Schmerz sei sehr intensiv, sie nehme dann – allerdings ohne Erfolg – viele Medikamente, fühle sich verzweifelt und „wie ein Wrack“. Meistens wacht sie morgens mit pulsierenden Kopfschmerzen auf, kann dann nicht mehr liegen. Die Kopfschmerzen treten halbseitig auf, die Seite wechsle, verbunden damit sei eine starke Licht- und Geräuschempfindlichkeit. Über den Vormittag und Mittag nehmen die Kopfschmerzen zu und lassen erst nachmittags nach. Im Anschluss an einen Migräneanfall fühle sie sich erschöpft, ausgelaugt und müde und brauche einen halben bis zu einem ganzen Tag, bis sie wieder einsatzfähig sei.
In den letzten Jahren sei
ausgiebige neurologische Diagnostik gemacht worden, die Migränediagnostik sei
per EEG bestätigt worden. Alle klassischen schulmedizinischen Behandlungen habe
sie – weitgehend erfolglos – probiert, ebenso ohne Erfolg homöopathische und
verschiedene naturheilkundliche Therapien.
Vormedikation:
Familienanamnese: Der körperliche Befund war bis auf deutliche Muskelverspannungen paravertebral sowie im Schulter-Nacken-Bereich o.B., ebenso die Laborparameter.
Genese und Psychodynamik: Nach der Mittleren Reife absolvierte Frau G. ein soziales Jahr in einem Kloster. Im Alter von 24 Jahren habe sie ihren späteren Ehemann kennen gelernt, mit dem sie 5 Jahre auf einer spanischen Insel gelebt habe. Zurückgekehrt seien sie gemeinsam als sie schwanger geworden war. Frau G. arbeitete mit im Büro ihres Mannes, der sich als KFZ -Händler selbständig machte, fühlte sich in der Ehe, die sie in der Hoffnung auf Lebensfreude eingegangen war, aber zunehmend privat wie auch beruflich nicht ausgefüllt, weswegen sie nebenbei die Ausbildung zur Heilpraktikerin und Homöopathin machte. Nach der Trennung von ihrem Mann 1991 machte sie sich mit der eigenen Praxis selbständig und ist hier auch erfolgreich, konnte aber in letzter Zeit wegen erheblicher Beschwerden durch die Migräne ihre Praxis nicht mehr führen.
Als älteste Tochter einer kränklichen,
arbeitsüberlasteten Mutter und eines etwas weltfremden und schöngeistigen
Vaters, lernte Frau G. sehr frühzeitig, eigene kindliche Wünsche und Bedürfnisse
zurückzustellen und Verantwortung in der Geschwisterbetreuung und der Entlastung
der Mutter zu übernehmen.
Behandlungsverlauf: Die Ayurveda -Behandlung war von Anfang an eingeplant. Wir gingen davon aus, dass zunächst eine Zeit des Ankommens und in den therapeutischen Kontakt Findens, sinnvoll wäre. Frau G. war anfänglich in einem tief erschöpften Zustand, dabei gleichzeitig im Zusammenhang mit häufigen Migräneanfällen innerlich hoch gespannt und aggressiv gereizt. Auch die Umstellung von ihrer vertrauten Therapeutinnenrolle auf die Patientinnenrolle war zunächst schwierig. Die Situation der „Ältesten“, die so sehr daran gewöhnt ist, sich zusammenzunehmen und zu funktionieren, dass es auch schwer ist, ein entspannendes, emphatisches Angebot anzunehmen und sich dem anzuvertrauen, wurde schnell deutlich und konnte besprochen werden. Danach konnte sich Frau G. zunehmend entspannen und sich in den Atemsitzungen und unter der Dauerbrause schmerzhaften Gefühlen von Einsamkeit, Anspannung und Überforderung und vielen Tränen überlassen. Anschließend an diese erste therapeutische Phase tauchten in der Tiefenatmung und auch in nächtlichen Träumen sadomasochistisch getönte sexuelle Phantasien auf, die Frau G. in Einzelgesprächen unter der Überwindung massiver Scham und durch die Religion geprägter Schuldgefühle thematisierte.
Bevor es möglich war, sich mit den eigentlichen
Inhalten dieser Phantasien auseinanderzusetzen, konnte die Scham- und
Schuldthematik und der hohe ethische moralische Anspruch, den Frau G. an sich
selber hat, beleuchtet werden. In diesem Zusammenhang tauchte in Bezug auf die
Migräne die Formulierung auf „der Heiligenschein drückt“. Diese Einsicht
schaffte der Patientin eine deutliche Symptomentlastung, die vertieft werden
konnte durch die Auseinandersetzung mit den Inhalten der sexuellen Phantasien,
die die Patientin mit viel Enttäuschung und Wut in Bezug auf den Vater in
Verbindung bringen konnte und mit abgewehrten eigenen Wünschen und Sehnsüchten
im Bereich der Sexualität. Zu diesem Zeitpunkt des psychotherapeutischen
Behandlungsverlaufs war auch die ayurvedische Pàncakarma-Kur angelaufen.
Frau G. konnte sich jetzt auf alle ihre
verordneten Therapien mit Leichtigkeit einlassen, und es war ihr von Woche zu
Woche deutliche anzusehen, dass ihre Energien wieder im Fluss waren: Ihre Züge
waren gelockert und entspannt und der bei Aufnahme auffällige Zug von
Verhärmtheit war verschwunden. Mit ihrer wieder gewonnenen Ausstrahlung war Frau
G. auch willens und in der Lage mehr mit Mitpatienten in Kontakt zu gehen, was
sie während der ersten Wochen des Aufenthaltes fast völlig vermieden hatte. Im
Folgenden war es in Ansätzen möglich, die Leistungsthematik zu reflektieren,
speziell auch im Hinblick auf konkrete berufliche Planung für die nahe Zukunft.
Verpassen Sie nicht den Verlauf des zweiten Fallbeispiels:
Psychotherapie und Ayurveda E-mail: info@ayurveda-klinik.de Adresse: Ayurveda-Klinik Kassel, Habichtswald-Klinik, Wigandstrasse 1, D-34131 Kassel. (Dr. Kalyani Chopra, Leitende Ärztin der Ayurveda-Klinik Kassel)
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